Eine "Friedenstaube" für die Flüchtlingsberatung der Caritas

FriedenstaubeNEUSTADT/AISCH - Die "Friedenstaube", von Pater Anselm Grün der Berufsschule übergeben, ist "weiter geflogen" und bei der Asyl- und Flüchtlingsberatung der Caritas "gelandet". Caritas-Vorsitzende Barbara Lendlein sah damit alle Kräfte geehrt, die sich für die Flüchtlinge und Asylbewerber im Landkreis einsetzen.

Der Landshuter Künstler Richard Hillinger hatte 2008 zum Gedenken an den 60. Jahrestag der UN-Menschenrechtskonvention 30 goldfarbene Tauben in Lebensgröße geschaffen. Jede von ihnen steht für einen der 30 Artikel der Menschenrechte und hat als Friedenszeichen einen Ölzweig im Schnabel. Seitdem “fliegen” diese Tauben mit ihrer Friedensbotschaft um die Welt.

Eine von ihnen hatte seit geraumer Zeit in der Berufsschule Neustadt/Aisch-Bad Windsheim “Rast gemacht“. Dass sie nun bei der Asyl- und Flüchtlingsberatung des Caritas-Kreisverbandes in besten Händen sein wird, zeigten sich bei der Übergabe Schulleiterin Bettina Scheckel und ihr Vertreter Michael Goers mit Neustadts Bürgermeister Klaus Meier und stellvertretendem Landrat Norbert Kirsch überzeugt. Der sah sie an eine Institution übergeben, die sich im Landkreis für die Belange von Asylbewerbern und Flüchtlingen einsetze, dabei mit viel ehrenamtlichem Engagement einen sehr wertvollen Beitrag zum Zusammenleben von Menschen aus den unterschiedlichten Kulturkreisen leiste. Die Übergabe an Diplom-Pädagogin Margit Betz, Diplom-Sozialpädagogin Christa Bacherle und Caritas-Vorsitzende Barbara Lendlein für die Betreuung junger Menschen, die vielfach von schrecklichem Geschehen traumatisiert ihre Heimat verlassen mussten, fand in einem denkwürdigen Rahmen statt: Bei der Eröffnung einer Ausstellung über “Rechtsradikalismus in Bayern” in der Aula der Berufsschule Neustadt, die motivieren soll, diesen zu bekämpfen und die Demokratie zu stärken. Sind doch gerade die Asylbewerber in den Fokus Rechtsradikaler geraten.

  

Sorge um Partnerschule in Kiew

 Dies zeigte Oberstudiendirektorin Scheckel an aktuellen Ausschreitungen in Hof auf, wo Unbekannte am Wochenende eine Unterkunft für Asylbewerber mit Hakenkreuzen besprüht hatten. “Sind wir nicht in einem Land, in dem Begriffe wie Demokratie, Recht, Toleranz, Freiheit und Menschenwürde oberste Gebote sein müssten?” Die Schulleiterin zeigte sich bei der Schilderung der Schicksale von Menschen, die wegen Kriegen und Terror aus ihrer Heimat fliehen müssen, auch über Vorfälle in Kiew besorgt, wohin es enge Kontakte zu einer der Partnerschulen im Parkettbereich gibt. Die Berufsschule im Landkreis würde gerne zur Integration der Flüchtlinge und Asylanten beitragen, führte Scheckel aus. “Wir engagieren uns gerade dafür, neben Deutschunterricht eine Beschulung im Hinblick auf eine anschließende Ausbildung zu ermöglichen. Dies könne in den sogenannten BAF-Klassen (Berufsschulpflichtiger Asylbewerber und Flüchtlinge) gelingen, “die wir gerne bei uns anbieten möchten“. Dies zu ermöglichen, war die Bitte an die Kommunalpolitik gerichtet.

 

Große Hilfsbereitschaft 

Caritasvorsitzende Barbara Lendlein nannte es als ureigenste Aufgabe ihres Sozialverbandes, Menschen zu helfen und ihnen ein Leben in Frieden und Freiheit zu ermöglichen. Zwar gebe es auch im Landkreis vereinzelte Gegenstimmen, auf der anderen Seite aber eine große Resonanz und Hilfsbereitschaft, den Flüchtlingen zu helfen. Als aktuelles Beispiel nannte Lendlein die vielen Menschen, die sich in Bad Windsheim zusammengetan und für die Erstaufnahmestelle ihre Hilfe angeboten hätten.

Auch von Kreisen in Scheinfeld, Uffenheim, Emskirchen oder Markt Erlbach erfahre man wertvolle Unterstützung, So nahm Barbara Lendlein die Friedenstaube mit dem Dank an ihre sehr engagierten Mitarbeiterinnen “für alle hilfsbereiten Kräfte im Wirken für Menschenrechte und Toleranz entgegen“.

 

(Quelle: nordbayern.de vom 10.11.2014, Foto und Text: Harald J. Munzinger)